Brauchen Startups einen E-Mail-Marketing Anbieter


Wer sich mit WordPress gerade einen Shop aufbaut, stellt sich vielleicht wie ich die Frage, brauche ich eigentlich gleich zu Beginn einen E-Mail-Marketing Anbieter oder kann ich nicht die WordPress / WooCommerce integrierten E-Mail-Funktionen nutzen?

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Um die Frage zu beantworten, lohnt es sich erst einmal darauf zu schauen, was für E-Mails ihr versenden wollt. Grundsätzlich gibt es 3 Arten von E-Mails: Transaktionsmails, Stand-Alone Mails und Triggermails

3 Arten von E-Mails

Transaktionsmails

Transaktionsmails sind E-Mails, die versendet werden, wenn Kunde eine Transaktion auf der Webseite vorgenommen hat und daraufhin eine E-Mail bekommt. Solche Transaktionen können zum Beispiel das Eintragen in einen Newsletter sein oder eine Bestellung sein.

Diese Mails sind absolut notwendig. Nicht nur, weil Kunden daran gewöhnt sind, sondern auch weil in Deutschland der Gesetzgeber z.B. ein Double Opt-In bei Newslettern oder eine Bestellbestätigung vorschreibt.

Bei diesen E-Mails wollt ihr absolut sicher sein, dass sie versendet werden und zwar ohne, dass ihr etwas tun müsst. Deshalb sind die Transaktions-E-Mails für die Bestelltransaktionen auch bereits mit drin und werden standardmäßig bei jeder Bestellung oder Veränderung im WooCommerce-Status gesendet.

Stand-Alone Mails

Unter Stand-Alone Mails sind E-Mails zu verstehen, die Ihr von Euch aus versendet und für jede E-Mail neu gestaltet. Das heißt, Eure Interessenten und Kunden haben nicht gerade eine Aktion getätigt. Solche E-Mails können regelmäßig wiederkehrende E-Mails wie Newsletter sein oder auch Informations- und Angebots-E-Mails.

Bereits junge Unternehmen sollten eine Liste mit Interessenten aufbauen, um diese mit Informationen rund um das Unternehmen zu versorgen und so eine Bindung zu Interessenten aufzubauen.

Triggermails

Triggermails sind nicht mehr ganz so üblich und zählen zur Marketingautomation. Ein Beispiel für Triggermails sind zum Beispiel E-Mails an Warenkorb-Abbrecher, E-Mails basierend auf Klicks in anderen E-Mails oder Angebote basierend auf der Bestellhistorie. Diese Art von E-Mails sind die Crème de la Crème des E-Mail-Marketing, denn sie bieten ganz automatisiert persönliche Kontakte mit Euren Kunden und Interessenten.

Als junges Unternehmen braucht ihr auf jeden Fall die Transaktionsmails und nutzt am besten auch Stand-Alone Mails. Triggermails sind zu Beginn noch nicht notwendig, aber es ist durchaus sinnvoll, diese bereits mitzudenken, wenn es darum geht, sich für eine Art des E-Mail-Versands zu entscheiden.

Wie kann ich E-Mails versenden: Webserver vs. E-Mail-Server vs. E-Mail-Marketing Anbieter?

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An dieser Stelle wird es ein wenig technisch. Grundsätzlich könnt ihr die E-Mails direkt über den Webserver oder E-Mail-Server Eures Internet-Service-Providers versenden oder über einen E-Marketinganbieter.

Option1: Webserver

Wie bereits oben erwähnt, versendet WooCommerce automatisch Eure Transaktionsmails. Stellt ihr nichts anderes ein, versendet WooCommerce direkt über Euren Webserver.

Über den Webserver zu versenden, ist die schlechteste Möglichkeit, wie ihr E-Mails versenden könnt. Denn Webserver sind dafür gemacht, um Webseiten auszuliefern und nicht E-Mails. Technisch ist es zwar möglich, aber nicht sinnvoll. Und wenn Ihr Eure Webseite nicht auf einem dedizierten Server hostet, sondern auf einem Shared Server kann es sein, dass Euer Hoster die Server so konfiguriert hat, dass der E-Mail Versand blockiert wird – einerseits um Ressourcen zu schonen und andererseits um Spam zu vermeiden.

Ob das bei Euch funktioniert, könnt ihr einfach austesten, wenn ihr einfach mal versucht, Euch ein neues Passwort zusenden zu lassen.

Option2: Mailserver

Die zweite Option ist ein dedizierter E-Mail-Server, auch SMTP Server genannt. Als SMTP-Server könnt Ihr sowohl einfach den SMTP Eures normalen E-Mail Postfachs wie z.B. Gmail oder Outlook nehmen. Professioneller sieht es natürlich aus, wenn Ihr eine E-Mail-Adresse von Eurer Domain nehmt. Normalerweise sind in den Hostingpaketen auch E-Mail-Postfächer enthalten und Ihr könnt eine beliebige E-Mail-Adresse mit Eurer Domain erstellen. Die SMTP-Daten Eures Hosters findet Ihr normalerweise dort, wo du auch die E-Mail-Adressen zu Eurer Domain anlegst.

Um WordPress E-Mails mit einem Mailserver statt über den Webserver versenden lassen, müsst Ihr ein WordPress Plugin wie zum Beispiel WP Mail SMTP by WPForms installieren. Damit könnt Ihr einen SMTP Server angeben kannst, über den die E-Mails versendet werden sollen.

Eure Stand Alone Mails könntet Ihr theoretisch direkt aus Eurem E-Mail-Postfach versenden. Das ist allerdings umständlich, da Ihr alle Empfänger jedes Mal rüber kopieren müsstet und auch keine so hübschen Mails senden Könnt. Auch für dieses Problem gibt es natürlich – wie so für ziemlich alles bei WordPress – ein Plugin. Zum Beispiel könntet Ihr MailPoet nehmen und damit Eure Mails direkt in WordPress zusammen stellen und dann mit Eurem eigenen SMTP versenden lassen. Über MailPoet könnt Ihr auch direkt versenden. Damit kommen wir dann zur dritten Möglichkeit, wie Ihr E-Mails versenden könnt – einen E-Mail-Marketing-Anbieter.

Die dritte E-Mail-Art Triggermails lassen sich ohne einen E-Mail-Marketing-Anbieter meines Wissens nach nicht konfigurieren und versenden.

Option2: E-Mail-Marketing Anbieter

Wollt Ihr die E-Mails über einen E-Mail-Marketing Anbieter versenden, benötigt ihr auch ein Plugin. Jeder Anbieter hat sein eigenes Plugin. MailPoet haben wir oben bereits kennen gelernt. MailPoet ist eine Ausnahme, wie es funktioniert, da der Mail-Builder direkt in WordPress integriert ist. Die meisten anderen E-Mail-Marketing Anbieter funktionieren etwas anders.

Da ladet Ihr das jeweilige Plugin runter und konfiguriert lediglich die Verbindung zum Anbieter. Alles weitere geschieht dann in der Oberfläche des jeweiligen Anbieters.

Dort könnt Ihr dann die E-Mail-Vorlagen für die verschiedenen Transaktionsmails anlegen. Dort erstellt Ihr auch die E-Mails für Eure Stand Alone Mails und Newsletter. Und die meisten Anbieter haben auch Triggermails in irgendeiner Weise integriert. Die findet Ihr meist unter den Menüpunkt Marketing Automation. Wichtig ist es auch noch zu berücksichtigen, dass Ihr alle Eure Kontakte auch zu dem Anbieter synchronisiert und sie dann auch oder sogar exklusiv beim Anbieter liegen.

Vor- und Nachteile von einem E-Mail-Marketing Anbieter

Fangen wir gleich mit den Nachteilen an. Der einzige offensichtliche Nachteil ist der Preis. Je nachdem, wie viele Mails ihr versendet bzw. Kontakte ihr mit dem Anbieter ihr verwaltet, kann es ganz schön teuer werden. Viele Anbieter haben für kleine Unternehmen mit wenigen Kontakten sehr günstige Tarife oder gar kostenlose Optionen. Doch wächst deine Kontaktliste / Anzahl Mails, die Du versenden möchtest, kann es sehr schnell teuer werden.

Diesem Nachteil stehen aus meiner Sicht eine ganze Reihe Vorteile gegenüber:

Unbegrenzter E-Mail Versand: Postfächer von Gmail, Outlook & Co sind für den privaten Gebrauch gedacht und deshalb haben die Anbieter auch eine Begrenzung eingebaut. Gmail beschränkt zum Beispiel die Gesamtzahl der täglichen E-Mails auf 500. Nicht nur die privaten E-Mail Anbieter haben Versandlimits – auch die Hostinganbieter beschränken den E-Mail-Versand über ihre Server. Hier gibt es eine gute Übersicht über die einzelnen Hostinganbieter und deren Versandlimits.

Geringes Spam-Risiko: WordPress E-Mails haben die doofe Angewohnheit, regelmäßig im Spam zu landen. Dies passiert sowohl wenn Ihr mit dem SMTP Eurer eigenen Domain versendet oder auch von denen anderer Internet Service Provider. Bei den Internet Service Providern wie z.B. Gmail liegt dies daran, dass E-Mail Postfächer Serienmails von privaten E-Mail-Konten erst einmal als verdächtig einstufen. Bei Eurer eigenen Domain könnt ihr das Spam-Risiko mit einigem Aufwand (unter anderem envelope sender einstellen, sender permitted from in DNS eintragen, Whitelisting bei E-Mail-Providern) senken. Dennoch haben die Server von Hostinganbietern eine schlechte E-Mail-Reputation, da 80% des Spams über solche Server versendet werden. Die E-Mail-Marketing Anbieter haben alle diese Schritte automatisch mit dabei und stellen für die E-Mail-Provider vertrauenswürdige Server dar.

Schöne Gestaltung: Bei WooCommerce sind die E-Mail-Vorlagen im Code integriert. Es gibt zwar einige Möglichkeiten, sie im Admin-Bereich anzupassen. Doch das grundsätzliche Layout bleibt gleich. Wollt ihr etwas anderes, braucht ihr mindestens ein Plugin wie MailPoet. Das gleiche gilt für Eure Stand Alone E-Mails, wenn ihr ein schönes Design haben wollt. Selbst wenn ihr Eure E-Mails in HTML erstellt und damit selbst designed, habt ihr immer noch das Problem, dass E-Mails in jedem E-Mail-Programm anders erscheint. Die E-Mail-Marketing Anbieter kennen die Besonderheiten der einzelnen E-Mail-Programme und damit sind deren Vorlagen bereits für die meisten Empfänger optimiert.

Personalisierte E-Mails: Bei Transaktionsmails stellt WooCommerce sicher, dass sie personalisiert sind. Doch für Stand Alone E-Mails und Newsletter ist es in den Standard-E-Mail-Programmen nicht möglich, personalisierte E-Mails zu erstellen. Personalisierte E-Mails meint einerseits so einfache Dinge wie den Interessenten mit Namen anzusprechen oder auch komplexere Dinge wie dass ihr den Interessenten genau die Produkte empfehlt, für die sich sich interessieren. Das ganze funktioniert natürlich nur, wenn ihr auch die Informationen mit dem E-Mail-Marketing Anbieter synchronisiert.

Erfolg analysieren: Wäre es nicht toll zu wissen, ob Interessenten Eure E-Mails auch geöffnet haben? Diese und andere Daten bekommt ihr bei den E-Mail-Marketing Anbietern gleich mit. Diese Informationen helfen Euch vor allem später, wenn Ihr Euer E-Mail-Marketing optimieren wollt.

Fazit

Wie ihr an der Anzahl Punkt erkannt haben dürftet, bin ich ein Fan davon, einen E-Mail-Marketing Anbieter für das E-Mail-Marketing zu nutzen. Welchen ihr nutzt, hängt von Euren Bedürfnissen ab. Ich persönlich habe mich für Sendinblue entschieden. In einen der nächsten Posts zeige ich meine Entscheidungskriterien dafür.

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