Gründerstory für mein nachhaltiges Unternehmen

Gründerstory für mein nachhaltiges Unternehmen

Hallo, mein Name ist Constance. In diesem Artikel möchte ich mit Euch meine persönliche Gründerstory teilen. Wieso liegt mir das Thema nachhaltiges Unternehmertum so am Herzen?

Ich wollte immer etwas sinnvolles erschaffen, etwas bewirken und die Welt zu einem besseren Ort machen.

Gründerstory Teil 1: Meine philanthropische Seite

Als ich 17 Jahre alt war, habe ich ein einfaches Steuersystem entworfen. Das ist sicherlich nicht die sexyste Art ist, die Welt zu verbessern. Geschäftsthemen lagen mir ingesamt recht gut. Deshalb habe ich dann BWL studiert. Darüber hinaus habe ich mich noch für viele andere Dinge interessiert. Am Ende habe ich meine Diplomarbeit über die Verbesserung des Bildungssystems geschrieben – ein recht untypisches BWL-Thema. Offensichtlich haben diese beiden Versuche, die Welt besser zu machen, keinen großen Einfluss gehabt. Ansonsten hättet ihr bereits davon gehört.

Als ich dann begann zu arbeiten, bekam ich das Gefühl, dass die Welt gar nicht verbessert werden möchte. Deshalb habe ich aufgehört nach Möglichkeiten zu suchen, sie zu verbessern. Und ich habe mich lieber auf meine Karriere konzentriert.

Mein Gewissen sah das jedoch anders. Es war nicht ruhig. So habe ich mich auch weiterhin für die guten Ideen anderer eingesetzt. Ich habe z.B. Spenden für die “End Polio Now” Kampagne gesammelt und Jugendlichen im Kinderheim kostenlos Nachhilfeunterricht gegeben.

Gründerstory Teil 2: Meine unternehmerische Seite

Dann gibt es da eine andere Seite an mir. Seit ich 19 Jahre alt war, hatte ich immer wieder neue Geschäftsideen. Ach, wie viele Businesspläne habe ich geschrieben? Einige Ideen habe ich sogar etwas weiter verfolgt – allerdings nie richtig durchgezogen. Dafür fehlte mir der Mut.

Mein allererster Businessplan: Internet Pizza Service

Bei zwei Ideen war ich besonders weit. Die erste war meine allererste Geschäftsidee. Als ich 19 Jahre alt war, wollte ich einen Internet Pizza Service gründen. Das war 1999. Die letzten vier Jahre meines Gymnasiums hatte ich parallel zur Schule in einer Pizzeria an der Theke gejobbt. Und als ich das erste Mal mit dem Internet in Berührung kam, war ich Feuer und Flamme. Es wäre doch super, wenn man die Pizza direkt über das Internet bestellen könnte. Ganz ohne Missverständnisse am Telefon.

So habe ich nach dem Abi begonnen, daran zu arbeiten. Ich habe einen Businessplan geschrieben, mit etlichen Pizzerien telefoniert und ein Förderdarlehen bei der KfW beantragt. Doch dann ist meine Freundin abgesprungen, die die Programmierung hätte übernehmen wollen. Und ich war verloren. Ich konnte und wollte mit meinen Schul-Turbo-Pascal-Kenntnissen keine Webseite programmieren.

Zusätzlich habe ich eine ganze Menge Druck von meiner Familie und meinen Freunden bekommen. So ein hohes Darlehen würde ich nie zurückzahlen können, wenn das floppt. Und so habe ich Angst bekommen, habe das Projekt abgeschossen und begonnen zu studieren.

Eine Geschäftsidee, die vielen Familien in der Finanzkrise hilft: Vermittlung von ausländischen Fachkräften

An der folgenden Geschäftsidee habe ich wohl am meisten gearbeitet. Dabei war es gar nicht meine eigene Idee. Vor sieben Jahren hatte ein Freund die Idee, den Krisen gebeutelten Spaniern und Italienern zu helfen. Er wollte die dortigen arbeitslosen Fachkräfte mit deutschen Unternehmen zusammen zu bringen, die händeringend nach Fachkräften suchen. Unsere Idee war es dabei, eine Plattform aufzubauen, auf der sich sowohl die Kandidaten als auch die Personaler selbst bedienen.

Wir haben gemeinsam ungefähr sechs Monate an dem Projekt gearbeitet. In der Zeit haben wir eine Webseite aufgebaut, sowie eine ganze Reihe Kandidaten bereits interviewed und qualifiziert. Allerdings konnten wir noch keinen Kandidaten platzieren und hatten damit noch keine Umsätze.

Irgendwann hat mir mein Mann dann ein Ultimatum gestellt. Wir sollten entweder eine Finanzierung finden oder ich solle mir einen angestellten Job suchen. Die VCs, bei denen wir vorsprachen, glaubten nicht an uns. Sie haben die Adaptionsfähigkeit der Personaler und damit die Skalierbarkeit der Plattform bezweifelt. Wir haben also keine Finanzierung erhalten und so habe ich mir einen anderen Job gesucht.

Nachdem ich ausgestiegen bin, hat sich das Unternehmen stärker auf persönliche Beziehungen zu Personalern konzentriert. Die VCs sollten also recht behalten. Das Unternehmen existiert als spezialisiertes Headhunter Business für CNC-Fachkräfte immer noch.

Ein großartiges Lehrstück: meine erste Geschäftsführerposition

Und ich? Ich habe mir einen anderen Job gesucht und habe einen Großartigen gefunden. Ich wurde die Geschäftsführerin von Skoobe. Skoobe ist eine riesige Bibliothek für eBooks und Hörbücher. Für einen kleinen monatlichen Betrag kann man lesen und hören, was und soviel man will. Das ist großartig und lange Zeit war ich damit sehr glücklich. Doch mit der Zeit nagte es immer wieder an mir, dass es nicht mein eigenes Unternehmen war. Ich wollte meine eigene Vision verwirklichen.

Gründerstory Teil 3: Mein Anstupser ist die Auszeit mit Baby

Vor zweieinhalb Jahren bin ich Mutter geworden und das hat eine Menge verändert. Mein Mann, meine kleine Tochter und ich sind in ein Wohnmobil gezogen. Wir sind die nächsten eineinhalb Jahre mit dem Wohnmobil durch Europa gefahren und haben dabei 21 Länder besucht.

Während dieser Zeit haben wir unsere Umwelt noch einmal ganz anders erfahren als zuvor. Wir hatten nun ein Baby. Ihre Lieblingsbeschäftigung war durch Straßen und am Strand entlang krabbeln. Am liebsten hätte sie auch alles auf der Straße mit dem Mund erkundet. Erst da ist uns aufgefallen, wie viel Müll eigentlich überall rumliegt. Zuvor haben wir in der Schweiz und später in München gewohnt. Da war Müll kein Thema. Zumindest ist der Müll nicht sichtbar. Fliegt doch mal eine Brötchentüte über die Straße, hab ich sie halt schnell aufgehoben. Das war unterwegs nicht mehr möglich. In Albanien war es dann so schlimm, dass ich Säckeweise den Müll vom Strand zum Container gebracht habe.

Uns war das Thema Umwelt bereits vorher wichtig, doch in dieser Zeit ist es fast zu einer Besessenheit für mich geworden. Was übrigens spannend ist: um die Zeit herum hat sich auch die Fridays for Future Bewegung gebildet. Es scheint also, dass auch anderen wichtig ist, was mir so wichtig ist.

Unternehmertum und Nachhaltigkeit zusammenbringen

Hier bin ich jetzt. Wir haben uns wieder in München eingerichtet und meine Tochter ist jetzt in der KiTa eingewöhnt. Ich kann mich wieder anderen Themen widmen. Natürlich könnte ich mich wieder um einen so großartigen Job bemühen wie vorher bei Skoobe. Doch ich habe mich dagegen entschieden. Ich möchte etwas eigenes Sinnvolles schaffen. Ich möchte eine nachhaltige Welt schaffen, in der auch meine Tochter und vielleicht irgendwann mal deren Kinder gut leben können: Ich wünsche mir für jeden Menschen auf der Welt Respekt, ein existenzsicherndes Auskommen, Zugang zu einer schönen, gesunden Natur, sauberem Wasser und sauberer Luft.

Und ich glaube, dass Unternehmer der Schlüssel dafür sind, die Welt nachhaltig zu gestalten.

Warum glaube ich, dass Unternehmer der Schlüssel zur Nachhaltigkeit sind? Auch wenn viele die Ideen und Ziele der Fridays for Future Bewegung unterstützen, hat sich doch recht wenig geändert. Und ich kann das sehr gut nachvollziehen. Denn es ist wirklich schwer. Es ist sehr aufwändig, nach Alternativen zu suchen. Es ist auch anstrengend, immer wieder “nein” zu sagen und zu verzichten. Das gilt insbesondere, wenn man viel zu tun hat. Und das haben wir ja irgendwie alle.

Unternehmer können hier super in die Bresche springen. Denn sie können etwas Wunderbares, was eine Basisbewegung oder selbst eine NGO nicht können. Sie können ein Angebot für die Welt erschaffen. Und ich glaube fest daran, dass Konsumenten sich für eine nachhaltige Alternative entscheiden, wenn diese einfach zu besorgen und bezahlbar ist. Denn niemand will den Planet zerstören.

Übrigens, sagen selbst Statistiken, dass ungefähr Dreiviertel nachhaltige Produkte bei gleichem Preis bevorzugen würden.

Nachhaltiges Unternehmertum rockt!

Dass Nachhaltigkeit und Unternehmertum gut zusammenpassen, möchte ich gerne beweisen. Auf diesem Blog und auf YouTube werde ich über Unternehmertum reden… von der Geschäftsidee, über den Businessplan, die Gründung und das Wachstum von Unternehmen und wie man Unternehmen nachhaltiger gestalten kann.

Andererseits werde ich mein eigenes nachhaltiges Unternehmen gründen. In einem weiteren Blogpost werde ich meine Unternehmensvision und Geschäftsidee näher beschreiben. Auch nehme ich Euch alle mit auf die Reise. Ich lasse Euch an meiner Gründerstory teilhaben, wie ich selbst zur nachhaltigen Unternehmerin werde.

Zugegeben… Käme jemand zu mir mit der Idee, gleichzeitig einen YouTube-Kanal, Blog und ein Unternehmen zu gründen, würde ich ihm abraten. Denn am besten konzentriert man sich immer auf eine Sache. Ich habe mich jedoch für beides gleichzeitig entschieden, da ich mir selbst treu sei möchte.

Einerseits möchte ich selbst Unternehmerin sein.

Andererseits kann ich als kleines Startup aus München die Welt nicht alleine nachhaltig gestalten.

Es muss andere Unternehmer und Manager geben, die etwas Sinnvolles erschaffen wollen. Deswegen gibt es den YouTube-Kanal und den Blog. Ich möchte andere Unternehmer und Manager inspirieren, ihre eigenen Unternehmen nachhaltiger zu gestalten.

Vielleicht könnt ihr Euch mit meiner Gründerstory identifizieren. Vielleicht habt ihr eine ähnliche Geschichte. Ich würde mich freuen, über Eure Unternehmergeschichte in den Kommentaren zu lesen.


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